Was heißt schon Alter?

„Wichtig ist die Lebensfreude,
dann spielt das Alter keine Rolle.“

– Ursula Andress

Was heißt schon Alter?

Spätestens, wenn auf Facebook die ersten Freunde Hochzeitsfotos posten und Kinder bekommen, sich die ersten Lachfältchen im Spiegel zeigen oder die Diskobesucher zumindest gefühlt immer jünger werden, macht sich das fortschreitende Alter bemerkbar. Doch was bedeutet älter werden?

Wo wir uns in fünf bis zehn Jahren sehen, hat der ein oder andere Chef sicherlich schon im Vorstellungsgespräch gefragt. Doch wo wir uns in 30, 40 oder 50 Jahren sehen, fragt kaum jemand. Wir haben Antworten gesucht und gefunden, die Resultate zeigen wir hier. Eines vorab: Geld allein macht nicht glücklich - aber es schafft Gestaltungsmöglichkeiten für ein erfülltes Leben im Alter.

Zukunftsvorstellungen

Wie sich junge Menschen die Zukunft vorstellen und was sie vom Leben erwarten.

Lebensbilder

Was das Leben alles zu bieten hat, wenn man sich mit Lust darauf einlässt.

Gestaltungswege

Weshalb Lebensfreude einen Plan fürs Alter braucht.

Euer Leben, eure Zukunft

Wir haben junge Menschen gefragt, wie sie sich ihr Leben
und ihre Zukunft vorstellen. Sie haben uns von Plänen und
Träumen, Hoffnungen und Ängsten erzählt.

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„Ohne Familie wäre ich jetzt nicht da, wo ich jetzt bin.“

Randyauf die Frage, was ihm im Leben wichtig ist.

„Wenn man so gar nichts zu tun hat, ist das auch nicht so erfüllend.“

Marcelauf die Frage, wie lange er noch arbeiten möchte.

„Ziel wär´ natürlich ein Haus am Strand oder an einem See.“

Killianauf die Frage, wie und wo er leben möchte, wenn er alt ist.

„Reisen, viel Sport, viel Neues!“

Sebastianauf die Frage, was er macht, wenn er Rentner ist.

„Dass ich nicht das erreiche, was ich gerne erreichen möchte.“

Hannaauf die Frage, welche Sorgen sie hat, wenn sie an die Zukunft denkt.

„Glücklich, angekommen und alt.“

Claraauf die Frage, wie sie sich mit 70 sieht.
Drei Menschen, drei Lebensträume

Wir haben drei besondere Menschen
nach ihren Lebensträumen gefragt. Sie
haben uns von Abenteuerlust und Visionen, 
vom Hinfallen und Aufstehen erzählt.

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Lebensbilder

Was macht ein gelungenes Leben aus? Wie erfüllt man sich Träume? Welche Bilder bleiben? 

Edgar Sommer, Helga Lauenstein und Bodo Linnemann haben ganz unterschiedliche Geschichten, leben ganz verschiedene Träume. Und doch eint sie Vieles: die Lust sich zu verwirklichen, der Charakter durchzuhalten, der Mut sich treu zu bleiben. Aber macht euch doch selbst ein Bild – hier sind ihre Storys:

Edgar Sommer

Autor & Verleger

Seine Geschichte

Helga Lauenstein

Schauspielerin

Ihre Geschichte

Bodo Linnemann

Clubbesitzer

Seine Geschichte
Die Lust, zu realisieren

Edgar Sommer, Autor, Verleger, Fotograf und Abenteurer,
über Reisen und Geschichtenerzählen, Fitness und Tatendrang.

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Das Glück des Freien

Edgar Sommer – ein Portrait

Mit geübten Handgriffen schraubt Edgar Sommer Riffelbleche auf die Kotflügel des kantigen Geländewagens, blickt auf und streckt uns die kräftige Rechte entgegen. „Hallo, ich bin Edgar. Und das hier ist ein 50 Jahre alter Land Rover 109er Lightweight, ein Militärmodell. 140 kg schwerer als die zivilen – britische Logik. Diesen Wagen gibt es nur zwei Mal in Deutschland.  Als ich ihn gekauft habe, saß die Lenkung fest. Also hab ich eine Flex genommen und hier eingeschnitten.“ Er zeigt ein Metallteil mit zwei tiefen Kerben. „Hat gut funktioniert. Hätte aber auch leicht die ganze Lenkung ruinieren können.“ Manchmal muss man es einfach drauf ankommen lassen, auf die eigene Intuition, das eigene Können und auch mal auf sein Glück vertrauen. Das war öfter so in Edgars Leben.

Der Land Rover ist nicht der einzige Oldtimer, den der Mittsiebziger zurzeit

restauriert. Auf dem Grundstück seines Hauses in Groß Schwülper im Landkreis Gifhorn stehen noch ein Citroën HY, ein Rover P5 V8 und ein Datsun 280ZX Targa. Mittelpreisige Modelle allesamt, im Wert zwischen 15.000 und 50.000 Euro. „Der tollste Wagen, den ich restauriert habe, war ein Mercedes 300 SL Roadster. Der kostet heute zwischen einer halben und einer Millionen Euro.“ Obwohl der Selfmade-Mechaniker nach eigener Aussage nur solche Autos restauriert, die etwas in ihm auslösen, sind sie letztendlich doch Mittel zum Zweck. Eigentlich ist er nämlich Autor und Verleger. Sein CARGO-Verlag trägt sich recht gut. Aber das zusätzliche Geld, das die Oldtimer-Restaurierung dem Verleger einbringt, bedeutet, dass er schneller mehr Bücher machen kann. „Ein neuer Bildband kostet erst mal nur. Nämlich rund 30.000 Euro. Durch den Verkauf kommt das dann langsam wieder rein.“ Und der gelernte Fotograf macht viele Bildbände, aktuell arbeitet er wieder an einem neuen, Thema ist der Karneval in Venedig. Fotografieren und Reisen, das sind seine Leidenschaften – Fotos von weiten Reisen, fernen Ländern, fremden Völkern. „Mein eigentliches Thema sind die Tuareg!“, stellt der Autor sein Lebensthema vor.

Reisen und Erzählen

Je mehr Edgar Sommer erzählt, desto deutlicher wird, dass auch der Verlag zunächst einmal vor allem Mittel zum Zweck war. Der Mann, der sich selbst auch schon mal Berufs-Abenteurer nennt, hat jahrzehntelang die Welt bereist: Island, Südamerika, Namibia, vor allem aber die Sahara, immer wieder; allein, mit seiner Frau Heike, mit Forschern, mit Reisegruppen. Dort hat er Tourismus betrieben, Gruppen geführt. Und dabei hat er die Tuareg kennengelernt. Auf Dauer so gut, dass er anfing, Bücher über sie zu schreiben. Unter anderem Kel Tamashek, das mittlerweile als Standardwerk zu dieser Volksgruppe gilt. „Bücher über die Tuareg gab es natürlich schon vorher, aber eben keines mit meinen Bildern! Ohne die hätte ich das nie so gut verkauft“, erklärt der Verleger.

„Aber auch mit den Bildern wollte sich nicht gleich ein Verlag finden – also hab' ich selbst kurzerhand den CARGO-Verlag gegründet.“

In Sommers erstem Buch Tafassasset – Regentier und Zauberbilder findet sich ein von Jean Gabus überliefertes Tuareg-Zitat: „Nachdenken ist die Fessel der Feigen, der freie Mann lässt sich dadurch nicht lähmen.“ Wie könnte es für den Mann, der stark dazu beigetragen hat, die Tuareg in Deutschland bekannt zu machen, despektierlich wirken, wenn man dieses Zitat auch auf ihn selbst bezieht? Gerade wo es doch so nahe liegt und Sommer immer vor allem gemacht hat, solange bis der Rest sich fügte. Wenn er heute Oldtimer restauriert, um Bücher zu machen, kann er das nur, weil er seine Wagen in der Sahara selbst reparieren musste, wer sonst sollte es tun? Und wenn er heute Bücher verlegt, dann, weil er Geschichten erlebt hat, die nicht aufzuschreiben töricht wäre.

Tausche Bildung gegen Dino

Eine dieser Geschichten handelt davon, wie der Wüstenfahrer von 2005 bis 2009 zusammen mit Prof. Dr. Ulrich Joger, dem Direktor des Staatlichen Naturhistorischen Museums Braunschweig, in Niger eine neue Saurierart entdeckt und geborgen hat, um die Knochen dann nach Braunschweig zu verschiffen und dort auszustellen. Gefunden hat er die Knochen selbst – was an sich schon unwahrscheinlich genug ist – mitnehmen konnte er sie nur als Geschenk der Republik Niger. Und zu diesem Geschenk kam es wiederum nur, weil Niger sich so mit einem Schlag für die umfangreichen Hilfsaktionen bedanken konnte, die es vorher von Sommers Cargo e. V. erhalten hatte.

Einige Jahre zuvor hatte Edgar Sommer nämlich begonnen, sich für die Bildung der Tuareg zu engagieren. Gemeinsam mit dem dänischen Linguisten Karl-Gottfried Prasse erstellte und produzierte er Schulbücher auf Tamashek, der Sprache der Tuareg. Das Geld dafür bekam er von der Niedersächsischen  Bingo-Stiftung. Gemeinsam wurden später noch eine Computer-Schule für Mädchen und ein Schulgarten angelegt – wieder: Intuition, Vertrauen ins eigene Können, Glück – ein Begleiter hatte den Namen Prasse an einem Schulgebäude in der Wüste gesehen und sich zunächst nur gewundert, weil er deutsch klang. Sommer kannte Prasse als Spezialisten für Berbersprachen und ließ umdrehen. So ging diese Geschichte los.

„Mitfahrgelegenheit in die Sahara – günstig“

Glück braucht man, gerade in Afrika. „Einmal, das war noch in den 80ern, habe ich mir zwischen Tam und Salah in Algerien einen Reifen meines Land Rovers mitten in der Wüste total zerfetzt. Ich habe nur überlebt, weil ich keine 30 Meter entfernt einen neuen gefunden habe, auf passender Felge. Das war nicht nur unwahrscheinlich, das war eigentlich absolut unmöglich. Aber in Afrika gibt es ein Wort dafür, baraka, Geschenk der Götter. Das bekommt nicht jeder, aber das gibt es.“

Seine erste Tour in die Sahara machte der damals 33-Jährige 1972. Unvermittelt, ohne eine Ahnung worauf er sich einließ, eigentlich aus einer Laune heraus.

Denn in dem Büro, in dem er zu dieser Zeit als Übersetzer arbeitete, starrte er immerzu auf eine Karte der Sahara. Dort wollte er hin. Irgendwann fuhr er einfach – und veranstaltete schon die zweite Tour professionell. Er schaltete eine Anzeige „Mitfahrgelegenheit in die Sahara – günstig“ und fuhr anschließend jahrelang gestresste Mitteleuropäer durch die Wüste. Zu seinen besten Zeiten mit bis zu zehn Wagen gleichzeitig; bei seiner erfolgreichsten Tour verdiente er über die Weihnachtstage gut eine halbe Million D-Mark. Neben Abenteurern und Touristen wurde so auch das Fernsehen auf Sommer aufmerksam. 1988 drehte der damalige Südwest 3 im Rahmen der Reihe Länder – Menschen – Abenteuer eine Reportage über ihn: Sahara-Tango

Einfach machen

Noch vor seiner Tätigkeit als Übersetzer und sogar vor dem entsprechenden Studium hatte Sommer bei Dr. Otto Steinert, dem damals wohl bedeutendsten deutschen Fotografen, fotografieren gelernt. Ein Handwerk, das sich, wohl ohne dass das immer klar war, durch sein Leben ziehen würde. Auch mit Malerei und Zeichnungen hat er sich als junger Mann intensiv beschäftigt, hatte national und

international Einzel- und Gruppenausstellungen unter dem Pseudonym Pompecki.

Gerade hat er wieder eine abstrakte Kunstfotoreihe erstellt – bei-läufig, mit Fotos, die er auf einer Reise nach Riga geschossen hat, wo er den Druck seines nächsten Buches kontrollierte. Dinge ausprobieren, aus den Augen verlieren, wieder aufgreifen, wenn's passt. Ohne zu viel nachzudenken, einfach machen. Und möglichst etwas Glück haben.

 

„Alles klar? Wunderbar!“ Edgar Sommer reicht die Hand zum Abschied, grinst bübisch und verschwindet im Haus. Weitermachen.

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Helga Lauenstein

Schauspielerin

Ihre Geschichte

Bodo Linnemann

Clubbesitzer

Seine Geschichte
Das Leben als Bühne

Helga Lauenstein, Schauspielerin und künstlerische Leitung,
über die Gründung eines Theaters und die Fortführung
ihres Traumes.

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Vorhang auf für einen Traum

Helga Lauenstein - ein Portrait

Das Knacken der sich entzündenden Neonröhren, durchbricht die Stille. Der fensterlose Raum füllt sich mit Licht. Routiniert hat sich Helga Lauenstein, Leiterin des Theaters an der Glocksee, den Weg durch die Finsternis gebahnt und mit den Worten „... und hier finden unsere Aufführungen statt“ Licht in die Dunkelheit gebracht. Der Raum, der knapp hundert Zuschauern bei Vorführungen Platz bietet, ist schwarz gestrichen und in schwarzen Molton gehüllt. Außerdem hält er eine Überraschung bereit. Fast wie in einem Albtraum steht eine Armee von Kinderpuppen in Krankenhausgewändern zu unserer Begrüßung bereit. „Das ist die Kulisse für unsere nächste Aufführung ‚Lassen Sie mich durch, ich bin Arzt’, sagt Lauenstein. Dieses Theater, von dem die 62-Jährige auch schon mal liebevoll als „Kind, das nicht erwachsen werden will“ spricht, ist nicht nur ihr Arbeitsplatz, es ist ihre Bühne.

Das Theater an der Glocksee wurde vor über fünfundzwanzig Jahren gegründet. Damals 1989 habe sie, als ehemalige Studentin der Hochschule für Musik, Theater und Medien, mit einigen Kommilitonen das Gefühl gehabt, in Hannovers Kulturlandschaft würde etwas fehlen. Also hat man „einfach mal gemacht“. Eine Einstellung, die sich die Theatertruppe bewahrt hat und die sie auch heute noch auszeichnet. Im Foyer künden Plakate mit der Aufschrift „Ich bin verwirrt“ und „Jubel, Jubel“ von der Umtriebigkeit des Ensembles. Im Mai hat man zur „Demonstration der Verwirrten“ aufgerufen, ist durch die Innenstadt gezogen und hat die Schilder hochgehalten. „Uns haben sich auch gleich Leute angeschlossen. Einer hat zwischendurch immer wieder sein Fahrrad hochgehalten. Es war schon ein bisschen verrückt.“ Wie auch die Stücke, die sie spielen, ein Kommentar auf die Zeit. Ruhig zusehen will Helga nicht.

Aktiv und verspielt

Und doch gibt es stille Momente. Ihre Texte lernt Helga am liebsten beim Spaziergang mit ihren Hunden, Bubi und Natascha. Doch kaum dass sie sitzt, drücken sich neugierige kalte Hundeschnauzen an Helgas Handrücken und ringen um Aufmerksamkeit. Die beiden, eine Mischung aus Australien Shepard und Entlebucher Sennenhund, sind umtriebig unterwegs und erkunden neugierig die Umgebung. Besonders vor Natascha ist nichts sicher. „Natasch, komm da raus!“, ruft Helga der Hündin zu, die gerade beherzt in die Ihme, die vor der Glocksee entlangfließt, gesprungen ist. „Die ist so aktiv und verspielt - manchmal kann man gar nicht glauben, dass sie schon eine ältere Dame ist“. Hunde, heißt es, passen sich ihren Besitzern an. Und dieses Gespann wirkt wie der Beweis dafür.

Microkosmos Glocksee

Auf dem Weg zurück zum Theater kommen wir an einigen Sprayern vorbei, die sich auf dem Gelände der Glocksee frei entfalten können und ihre überlebensgroßen Gemälde auf die Wände bringen. Wenn die Welt eine Bühne ist, so wie es William Shakespeare gesagt haben soll, dann ist die Glocksee die perfekte Kulisse für Helga. Seit den frühen Siebzigerjahren werden auf dem ehemaligen Industriegelände unabhängige Kulturveranstaltungen, Werkstätten und Betreuungsangebote für Kinder und Jugendliche angeboten.

Für die Nachtschwärmer in der Leinestadt sind das Cafe Glocksee und das Indiego Anlaufpunkte. Glasscherben zwischen den Pflastersteinen sind die Zeugen von so manchem turbulenten Wochenende. Doch auch tagsüber vibriert der Mikrokosmos Glocksee: Skater bevölkern die große Halfpipe, Musiker stehen rauchend in der Probenpause auf dem Hof und Fahrräder surren im Minutentakt an einem vorbei. Mittendrin: Helga Lauenstein. Es ist bezeichnend, dass sie in dem bunten Haufen gar nicht weiter auffällt, obwohl sie die Großmutter der meisten sein könnte.

Seit 2012 ist Helga, zusammen mit zwei jungen Kollegen, für die künstlerische Leitung des Theaters verantwortlich. „Das bedeutet nur, dass wir drei eigentlich alles machen – vom Getränkeeinkauf bis hin zur ganzen Administration.“ Und so steht sie kurze Zeit später auf einem der Tische und wechselt eine Glühbirne. Darauf warten, dass wer anderes etwas für sie erledigt, ist ihre Sache nicht. Erst recht nicht bei Finanzen, für diese ist sie nämlich im Theater zuständig. Und damit auch in Zukunft der Vorhang aufgehen kann, müssen die Bücher ordentlich geführt werden.  Auch das gehört zu „einfach mal machen“. Doch bitte nur bis fünf, dann muss der Theaterbetrieb pausieren. Das ist die Zeit, in der die Musiker der unten liegenden Proberäume loslegen. Tatsächlich ertönt kurz nach fünf eine brachiale Bass Drum, die einen das eigene Wort nicht mehr verstehen lässt. Fast als ob der Herzschlag des Mikrokosmos Glocksee einem keine Atempause gönnen will.

Edgar Sommer

Autor & Verleger

Seine Geschichte

Bodo Linnemann

Clubbesitzer

Seine Geschichte
Alter, das rockt

Bodo Linnemann, Gastronom und Lebemann, über
ausschweifende Abende und bodenständige Tage.

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Der Griff nach den Sternen

Bodo Linnemann – ein Portrait

Beherzt öffnet Bodo Linnemann die Tür zu seinem Laden, dem Casa Blanca.  Könnten diese Wände sprechen, es würde so manche spannende Geschichte dabei rumkommen. Das übernimmt zum Glück Bodo. Der 75-jährige Gastronom ist der Besitzer des Casa Blanca, einem Nachtclub zwischen Kult und Mythos. Wir treffen eine der schillerndsten Persönlichkeiten des Hannoveraner Nachtlebens und diesen Ruf hat er nicht allein wegen seines Markenzeichens – den Espadrilles, welche er stets unbestrumpft zu tragen pflegt. „War spät gestern“, grinst Bodo und setzt die Sonnenbrille wieder auf. Zeit für eine Zigarette.

Die kleinste Disko Deutschlands

Unscheinbar sieht sie aus, Deutschlands kleinste Diskothek. Nicht viel deutet am Weißekreuzplatz im Hannoveraner Stadtteil List darauf hin, dass sich hier Prominenz und Adel die Klinke in die Hand gegeben haben. Am ehesten noch das Schild „Geschlossene Gesellschaft“, welches heute ein bisschen verloren wirkt. Innen erhellt ein wenig Tageslicht den weißen Raum. Barhocker, volle Aschenbecher, anzügliche Dekorationen, hinten wacht ein hölzerner Tiger mit leuchtenden Augen über die Tanzfläche, die knapp 65 Quadratmeter wirken so, als ob sie aus der Zeit gefallen wären, oder diese gar nicht kennen.

Im Oktober 1978 wurde das Casa Blanca von einem Freund Linnemanns eröffnet. Als dann ein Discjockey gesucht wurde, stieg Bodo - der vorher schon Musik im Scotch Club und im La Fountain gemacht hat – ein. Ein Jahr später übernahm er den Laden komplett. Was dann kam ist Geschichte. Die weiß getäfelten Wände wirken unscheinbar, doch schaut man genauer hin, merkt man, dass es sich hier um Bodos ganz persönliche Trophäensammlung handelt. Denn hier in der Galerie sind alle vertreten: die Stars, die Sternchen, der Adel und die Halbwelt – immer mittendrin Bodo. Kein Prominenter, so scheint es, kann Hannover besuchen ohne eine Stippvisite im Casa zu machen.

Pomp und Prominenz

Techno-Pionier und Scooter-Frontmann HP Baxxter ist ebenso an der Wand verewigt wie Schmusesänger James Blunt, der hier nach einem Auftritt zusammen mit David Guetta bis in die Morgenstunden gefeiert hat. Caroline von Monaco und Prinz Ernst August von Hannover haben hier Geburtstage begangen. „Heiner Lauterbach und Katja Flint waren hier Stammgäste. Und Udo Jürgens der war fünf- ach, sechsmal hier“, sagt der Promi-Wirt mit gelassener Selbstverständlichkeit.

Sei nicht sauer, aber passt heute nicht

Die Erfolgsformel des Casa scheint einfach: Bodo. Wenn um 23 Uhr der Laden aufmacht, sitzt er an der Tür - damals wie heute. Öffnet bei jedem Klingeln sein Guckloch und entscheidet: reinlassen oder wegschicken. Es hat zu jenem ikonischen Satz geführt, für den man ihn heute noch kennt und nach dem er seine Memoiren benannt hat: „Sei nicht sauer, aber passt heute nicht.“ Bodo ist Vollblutentertainer - immer einen lockeren Spruch auf den Lippen oder eine Geschichte aus seinem schier unerschöpflichen Repertoire parat - über Karl Dall, die Scorpions und einfach nur Detlef, der stets im Bademantel ins Casa gekommen ist.

Nur selten ist Bodo, der schon alle gesehen und jedem die Hand geschüttelt hat, Fan. Als Grace Jones 1985 bei ihm im Laden war, das war was Besonderes. „Und da“ -  Bodo zeigt zum rechten Rand der Theke - „hat Keith Richards gesessen und seinen Whiskey getrunken. 1982 war das, nach dem Konzert im Niedersachsenstadion.“ Zwei Egos. Überlebensgroß, auf 65 Quadratmetern. „Erst später habe ich erfahren, dass Mick Jagger zu der gleichen Zeit im La Fontaine war“, sagt Bodo, und man merkt, Jagger hätte er auch gerne gehabt. Es ist wohl die Natur des Sammlers, dass man immer noch ein Teil mehr für die Kollektion haben will.

Das Fest geht zu Ende

„Maximal bis vier, dann ist hier Schluss – ganz selten wird es auch mal später“, erzählt hier einer, dessen Party länger gegangen ist, als die von anderen. Der noch auf den Tischen getanzt hat, als andere schon sesshaft geworden sind. Doch jedes rauschende Fest geht irgendwann mal zu Ende. Das Casa schließt an Silvester für immer seine Tore. „Der Laden hat mich ja immerhin 36 Jahre ernährt“, blickt Bodo etwas wehmütig zurück, doch da ist auch Freude. Freude, etwas Neues ausprobieren zu können, einen neuen Lebensabschnitt einzuläuten. „Ende des Jahres ziehe ich nach Gehrden“, sagt er, das hannoversche Original. Aber hängenbleiben wolle er da nicht, auf dem Land, sondern Reisen, Musik machen. Er hat da schon Pläne.

Es wirkt fast so, als stünde das ruhige Leben vor dem Tor und Bodo – als Türsteher zu seinem Lebenstraum – sagt noch einmal seinen Satz: „Sei nicht sauer, aber passt heute nicht.“

Edgar Sommer

Autor & Verleger

Seine Geschichte

Helga Lauenstein

Schauspielerin

Ihre Geschichte

Gestaltungswege

Egal wie verrückt eure Träume sind, wie verdreht eure Ideen, wie ungewöhnlich eure Wege – wenn ihr auch später euer Leben nach euren Wünschen gestalten wollt, müsst ihr euch um die Altersvorsorge Gedanken machen. 

Dafür braucht man Geld! Bei der Frage, woher das im Alter kommt und was für euch die richtige Strategie ist, hilft euch unser Personality Test, mit dem ihr eure Risikofreude abschätzen könnt. Später folgen dann noch zwei Videos, die euch durch den Dschungel der Vorsorgemöglichkeiten helfen sollen.

Was ist Altersvorsorge?

Wie funktioniert unser Rentensystem? Woher kommt eigentlich die gesetzliche Rentenversicherung und was ist der Generationenvertrag? Warum ist private Vorsorge heute wichtiger denn je und wie finde ich mich im Dschungel der verschiedenen Möglichkeiten der Altersvorsorge zurecht?

VGH Vorstand Jörg Sinner zur Lebensversicherung

Im Interview erläutert VGH Vorstandsmitglied und Kapitalanlagespezialist Jörg Sinner, warum private Altersvorsorge für junge Menschen immer wichtiger wird und welche Rolle die Lebensversicherung dabei spielt.

Personality Test

Wie riskant lebst du?

Wie trinkst du deine Milch?

A Aus der Packung
Aus der Kuh B

Wie spielst du Fußball?

A Ohne Schienbeinschoner
Auf der Playstation B

Was schaust du dir zur Entspannung an?

A Eine lockerleichte Komödie
Kontoauszüge B

Wie stehst du zu Rauchern?

A Ich bin selber einer
Möglichst weit weg B

Eis hast du am liebsten...

A ... in der Waffel mit Sahne und Schokostreuseln
... in voller Hockeymontur unter den Kufen B

Ein Smartphone-Display ist...

A ... der Wegweiser in mein nächstes Abenteuer
... eine Brutstätte für Keime B

Bei Konzerten...

A ... zücke ich mein Handy und filme die Großbildleinwand ab
... verbringe ich beim Stagediven mehr Zeit in der Luft, als am Boden B

Schlafen...

A ... kann man auch in der U-Bahn
... musst du mindestens acht Stunden am Tag B

Fallschirmspringen...

A ... würdest du nicht mal im Traum
... steht für den nächsten Urlaub auf dem Plan B

Durch eine Wand...

A ... gehe ich gerne mit dem Kopf
... schütze ich mich vor den Nachbarskindern B

Geschafft! Hier erfährst du jetzt wie risikobereit du heute bist und was das für später bedeutet.

Dein Risikolevel:
Toastbrot.

Bevor du anfängst zu lesen, setz dich lieber hin. Risiko liegt dir gar nicht. Dein Fußboden ist mit Knallfolie ausgelegt. Dein Sun-Blocker liegt im dreistelligen Bereich und selbst bei GTA hältst du dich an die Verkehrsregeln. Sehen wir den Tatsachen ins Gesicht: du magst Sicherheit. Nimm uns bei der sterilisierten Hand und folge uns in die Welt sicherer Altersvorsorge. Für dich eignet sich ein Modell, das hauptsächlich festverzinsliche Wertpapiere beinhaltet. Da weißt du garantiert, was du später hast - planbar, bis ans Lebensende.

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Dein Risikolevel:
Ellenbogenschoner?

Risiko magst du ganz gerne – als Brettspiel für dunkle Wintertage. Du hast sicherlich auch schon Mal einen Schokopudding gegessen, der zwei Tage über dem MDH war, aber mehr Nervenkitzel muss nicht sein. Du bist sicher nicht der Typ der alles auf eine Karte setzt, aber wie wäre es mit einer soliden Altersvorsorge. Über ein Modell, das auf einen Mix aus Aktien, Immobilien, Rohstoffen und Gold setzt, hast du eine hohe Sicherheit - mit guten Chancen auf höhere Erträge.

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Dein Risikolevel:
EXTREM!

Solltest du, wenn du diesen Text liest, gerade Skateboard fahren, konzentrier dich bitte auf die Straße. Zurücklehnen ist bei dir nicht angesagt. Deine Hobbys sind: mit Velociraptoren kickboxen und Marianengrabenschnorcheln. Weißt du was noch Nervenkitzel bringt? Altersvorsorge! Das ist so actionlastig, James Bond hat neulich ein Praktikum bei uns angefragt. Für dich ist ein fondbasiertes Modell genau das Richtige. Damit kannst du auf den Wellen der Anlagemärkte reiten und fürs Alter mehr rausholen. Dabei ist dir klar, dass es neben der perfekten Welle auch Windstille geben kann. Getreu dem Motto: No risk, no fun!

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